Messung kleiner Widerstände

Gelegentlich will man auch kleinere Widerstände unter 1Ω messen; da heute eigentlich immer ein digitales Multimeter mit einer Auflösung von 10mV vorhanden ist, gibt es ausser der klassischen Thomson-Meßbrücke noch ein paar Alternativen:

  • Labornetzgerät mit einstellbarer 1A Strombegrenzung und Anzeige des Stroms (digital):
    1. Messkabel kurzschliessen und auf 1A Strom einstellen
    2. Widerstand anschliessen und mit dem Digital-Mulitmeter die Spannung direkt am Widerstand messen: 1V entspricht 1 Ohm
  • Mit einem Kühlkörper, einem LM317K und einem 1,25Ω Widerstand eine Konstantstromquelle für 1A bauen und vor ein Netzgerät schalten, weiter wie oben. Durch Parallelschalten von einem 1,5Ω mit einem 6,8Ω Widerstand erhält man 1,23Ω; das ist meist genau genug. (1,5 || 8.2 || 82 ergibt 1,249; sinnvoll nur, wenn der 1,5Ω Widerstand 1% Toleranz hat).
  • Hat man ein Multimeter mit 1A Bereich, kann man für den LM317 auch einen 1,5Ω Widerstand und einen Spannungteiler 2k mit Trimmer 1k Ohm (d.h. für 1,5V Ausgangsspannung) verwenden und dann auf genau 1A trimmen
  • Justierbare Konstantstromquelle wie vor, aber man besorgt / leiht sich einen ausgemessenen Widerstand von 1,5Ω oder 1,8Ω und gleicht auf 1,5 bzw 1,8 Volt daran ab (für ein 200-er Multimeter, damit es im genausten Bereich arbeitet).
  • Meßwiderstand 10Ω 10W als Vorwiderstand an ca. 10 Volt in Reihe mit dem Prüfling legen, und die Spannungen direkt an beiden Widerständen messen; Spannung am Prüfling durch Spannung am Vorwiderstand, das ganze mal 10Ω rechnen.
  • Hochlastwiderstand von 10Ω 10W in Reihe mit einem Referenzwiderstand von 1Ω 1W und dem Prüfling legen; Spannungsverhältnis am Referenzwiderstand und Prüfling verwenden wie vor. Der Hochlastwiderstand dient hier nur als Strombegrenzung. Gut geeignet ist eine Glülampe 12V ca. 12W. Da der Strom nur gross genug sein muss, um ausreichende Genauigkeit bei der Spannungsmessung zu erlauben, kann die Leistungsaufname der Glühlampe auch kleiner sein (z.B. 12V 5W).
Vorsicht: So zügig wie möglich messen und wieder ausschalten, damit nichts verschmort; der Prüfling wird mit 1A beaufschlagt; das sind bei 1Ω dann schon 1W.

Liegt der Prüfling zwischen 1 und 10 Ohm, sind eher 0.1 A Messstrom angebracht.


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